Es gibt zahlreiche Formen der Strahlentherapie. Neben bösartigen Erkrankungen können auch gutartige Erkrankungen bestrahlt werden.
Der Krebs ist eine krankhafte Veränderung der Zellen. Sie führt dazu, dass Krebszellen schneller und häufiger den Teilungsprozess durchlaufen als gesunde Zellen. Sie vermehren sich unkontrolliert, sodass ein Gebilde aus veränderten Zellen entsteht. Diese bösartigen (malignen) Neubildungen drängen in benachbartes gesundes Gewebe ein und zerstören es. Über das Blut oder das Lymphsystem wandern sie von ihrem Ursprungsort aus in andere Körperregionen und Organe. Dort vermehren sie sich als Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen.
Es sind degenerative (Arthrosen) und entzündliche (Arthritis, Tendinitis) Veränderungen der Gelenke und Knochen. Oft werden diese Veränderungen von Schmerzen und Bewegungseinschränkungen begleitet. In Deutschland werden jährlich rund 50.000 Patienten wegen dieser Erkrankungen strahlentherapeutisch behandelt.
Im November 2020 haben wir das modernste Behandlungssystem zur hochpräzisen Bestrahlung sowohl bösartiger als auch gutartiger Hirntumoren eingeführt. Die Behandlungstechnik HyperArc™ der Firma Varian ermöglicht erstmalig die Therapie von 1 bis 15 Hirntumoren gleichzeitig in einer Sitzung, eine sehr kurze Bestrahlungszeit von ca. 10 bis 15 Minuten sowie höchste Präzision im Submillimeterbereich.
Die damit mögliche hypofraktionierte stereotaktische Radiotherapie bewirkt die Vernichtung von Krebszellen, ohne das umgebende gesunde Hirngewebe zu schädigen – also ohne die Risiken einer neurochirurgischen Operation. Im Gegensatz zu vielen anderen stereotaktischen Bestrahlungstechniken ist die Methode eine anerkannte Kassenleistung.
Mit dieser Bestrahlungstechnik können Tumoren in unmittelbarer Nähe von lebenswichtigen Organen sicherer und effektiver behandelt werden, ohne dass diese Organe durch hohe Strahlendosen geschädigt werden. Während sich das Bestrahlungsgerät in relativ kurzer Zeit um den Patienten dreht, passt sich das Strahlenfeld immer wieder dem Tumor an. So wird die Strahlendosis dem Zielvolumen angepasst und das benachbarte Gewebe optimal geschont. Die kurze Behandlungszeit kommt gerade Patienten zugute, die wegen großer Schmerzen nicht lange liegen können.
Die stereotaktische Bestrahlung ermöglicht eine hochpräzise und millimetergenaue Behandlung von Tumoren im Gehirn oder in der Lunge. Die hohe Präzision erlaubt die weitgehende Schonung des umliegenden gesunden Gewebes. In Abhängigkeit von der Tumorgröße kann die Strahlung in einer einmaligen Sitzung appliziert oder auf 3 bis 7 Behandlungen erweitert werden. Diese Form der Strahlentherapie kann unter Umständen eine Operation teilweise ersetzen. Die Verträglichkeit ist sehr gut, bis auf leichte Nebenwirkungen sind in der Regel keine Begleiterscheinungen zu erwarten.
Die IMRT ist eine Weiterentwicklung der 3D-konformalen Bestrahlungstechnik. Bei dieser fortschrittlichen Technik können die Bleilamellen (MLC) auch während der Bestrahlung in den Strahlengang ein- und ausgefahren werden. Somit wird die Intensität der Strahlendosis innerhalb des Bestrahlungsfeldes moduliert und es können besonders hohe Bestrahlungsdosen angewendet werden. Die Technik hat besondere Vorteile bei der Bestrahlung von Prostatakrebs, da strahlenempfindliche Organe wie Darm und Harnblase stärker geschont werden. Effizient ist die IMRT auch bei Tumoren im Kopf-Hals-Bereich.
Bei der Image Guided Radiotherapy wird während der laufenden Bestrahlung eine 3D-Bildgebung (Cone Beam CT) erzeugt und damit die Präzision der Bestrahlungsfelder verifiziert. Das führt zu einer noch höheren Genauigkeit, deutlich geringeren Nebenwirkungen und einer besseren Wirkung. Insbesondere bei Prostatakarzinomen bietet das Verfahren große Vorteile: Vor der Bestrahlungsserie werden 3 Marker in die Prostata implantiert, die während der Behandlung automatisch erfasst und analysiert werden. Kleinste Abweichungen von 1 bis 3 mm werden sofort korrigiert.
Eine erfolgreiche Strahlentherapie im Bereich der durch Atmung beweglichen Tumoren (Lungentumoren) setzt eine hohe Treffsicherheit voraus. Durch Erfassung der Bewegungsabläufe während der Atmung wird eine nahezu vollständige Erfassung dieser beweglichen Tumoren möglich. Bei Patientinnen mit linksseitigem Brustkrebs erlaubt die Bestrahlung bei maximaler Einatmung zudem eine herzschonende Radiotherapie. Sollte eine Patientin oder ein Patient während der Bestrahlung husten, wird die Behandlung automatisch unterbrochen und nach Erreichen der normalen Atembewegung fortgesetzt.
Bei der konformalen Strahlentherapie erfolgt eine präzise Bestrahlung des Tumorgebietes bei bestmöglicher Schonung des umliegenden Gewebes. Dazu wird in Bestrahlungslagerung eine Computertomographie durchgeführt. Auf diesen Bildern zeichnet der Arzt das Bestrahlungsgebiet sowie alle zu schonenden Organe ein. Aufgrund dieser Vorgaben errechnet eine Planungssoftware die bestmögliche Anordnung der Bestrahlungsfelder und ermöglicht so eine effiziente und zugleich schonende Behandlung.
Beim Afterloading (Nachlade-Technik) wird ein Hohlschlauch in das zu bestrahlende Körperteil eingeführt und die radioaktive Quelle an den Bestrahlungsort vorgefahren. Nach der Bestrahlung wird die Quelle wieder in das Gerät zurückgefahren. Die Technik ermöglicht die Bestrahlung von Tumoren, z. B. gynäkologischer Tumoren wie Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs, mit nur geringer Belastung des umliegenden Gewebes. Dadurch können hohe Dosen bei geringen Nebenwirkungen appliziert werden.
Die Behandlung der Wahl bei oberflächlichen Hauttumoren. Durch Anwendung niederenergetischer Röntgenstrahlen erfolgt eine effektive Therapie der oberflächlichen Hauttumoren ohne Belastung der tieferen Strukturen.
Zur Tumorvernichtung mit dem Ziel der Heilung – allein oder in Kombination mit Operation und Chemotherapie.
Zur Beschwerdelinderung, etwa bei schmerzhaften Metastasen.
Niedrig dosierte Bestrahlung degenerativer und entzündlicher Erkrankungen der Gelenke und Knochen.
Ganzheitlicher Behandlungsansatz mit Begleitung durch alle Krankheitsphasen und regelmäßiger ärztlicher Wochenkontrolle.
Terminvereinbarungen oder Terminabsagen bitte nur telefonisch. Rufen Sie einfach an oder schreiben Sie uns: Häufig gestellte Fragen haben wir bereits für Sie beantwortet.